Katholische Diakone zeigten zwei Karikaturen von Manfred Deix bei der Staatsanwaltschaft an: Blasphemie und, wegen des Vorkommens von Hakenkreuz, Hammer und Sichel sogar wegen Verharmlosung nationalsozialistischer Symbole. Dass die katholische Kirche sich als NS-Opfer aufzuspielen bemüßigt, ist ein Treppenwitz der Geschichte, da sie in praktisch allen wesentlichen Belangen mit dem NS-Regime kollaborierte. Kardinal Innitzer war Stütze des Klerikalfaschismus und später Anschlussbefürworter und hat sich nach dem Krieg als großer Antifaschist ausgespielt. Der österreichische Bischof Hudal hat über seine Stelle im Vatikan nach dem Krieg zahlreichen NS-Verbrechern die Flucht ermöglicht. 1946 wurde ein Artikel, der über Franz Jägerstätter in der Linzer Kirchenzeitung erscheinen sollte, auf Weisung Bischof Fließers mit folgender Begründung abgelehnt: „Ich halte jene idealen katholischen Jungen und Theologen und Priester und Väter für die größeren Helden, die in heroischer Pflichterfüllung … gekämpft haben und gefallen sind. Oder sind Bibelforscher und Adventisten, die ‚konsequent‘ lieber im KZ starben als zur Waffe griffen, die größeren Helden?“
Zurück zu Deix: wir werden mit Interesse beobachten und über den weiteren Verlauf seines Verfahrens berichten.
Jeder soll glauben, wozu er lustig ist. Nahe Verwandte von mir glauben, dass es Unglück bringt, einen Hut auf das Bett zu legen oder
wenn man einmal die Wohnung verlassen hat. Damit schaden sie niemandem (außer mir, weil ich es bin, der zurückgehen muss, wenn sie etwas vergessen haben).
Aber sie wollen nicht, dass alle Menschen glauben, dass Zurückgehen Unglück bringt. Sie meinen nicht, dass Menschen, die zurückgehen, Ungläubige sind, der ewigen
Verdammnis preisgegeben. Sie haben um ihre Überzeugung, dass der Hut am Bett das Pech anzieht, auch keineswegs eine Fülle moralischer Imperative gruppiert, seien es
sinnvollere („Du sollst keinen Hutträger töten“) oder unsinnigere („Menschen ohne Hut sind unrein“). Sie finden auch nicht, dass man die Lehre vom Zurückgehen in den
Schulen unterrichten soll. Und sie sind insbesondere nicht der Meinung, dass Menschen, die die Hut- oder Nicht-zurückgeh-Lehre nicht teilen, einer anderen Kultur,
einer anderen Zivilisation angehören, von der man Abstand halten oder die man sogar aktiv bekämpfen solle.
Haderer wurde
mittlerweile in einem Revisionsverfahren vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen - nicht zuletzt durch
zahlreiche Protestschreiben bekannter Persönlichkeiten.
Leider mitnichten! Gott ist lebendiger denn je und bringt Unglück und Tod über die Menschen: Er sprengt sich in Linienbussen in die Luft, fliegt Passagierflugzeuge in Hochhäuser, lässt Frauen steinigen, die als Ehebrecherinnen gelten, auch wenn sie vergewaltigt wurden. Seine irdischen Repräsentanten haben massenweise Kinder missbraucht und sind mit Hilfe des Vatikans zumeist straffrei davongekommen. In seinem Namen erzählt man grausame und bizarre Geschichten, verlangt seine Anbetung und ihm gegenüber absoluten Gehorsam. Gottes Institutionen sind hervorragende Instrumente zur Disziplinierung durch Manipulation von Angst und Schuldgefühlen.
Und die Idee des Dialogs zwischen den Religionen?
Ist Unsinn, solange jede Religion davon ausgeht, daß ihr Gott der einzig wahre ist. Dazu Leon de Winter in einem Interview in The European: "Es mag Toleranz geben, aber keinen Dialog, weil man niemals einen anderen überzeugen können wird, dass der eigene Gott der richtige ist und nicht seiner. Monotheistische Religionen sind relativ aggressiv in dieser Hinsicht, sie alle behaupten, die einzige Wahrheit zu repräsentieren."
Ziel dieses Blogs ist, dass er eines Tages überflüssig wird, weil der politische Einfluss der Gottsucherbanden derart marginalisiert ist, dass es nicht mehr notwendig ist, gegen religiöse Mächte anzutreten. Aber davon sind wir noch weit entfernt und deshalb schreiben wir hier munter drauflos. Viel Spass bei der Lektüre!
Kapitel 1 Das Christentum
The Garden of Love
I went to the Garden of Love,
And saw what I never had seen:
A Chapel was built in the midst,
Where I used to play on the green.
And the gates of this Chapel were shut,
And "Thou shalt not" writ over the door;
So I turn'd to the Garden of Love,
That so many sweet flowers bore,
And I saw it was filled with graves,
And tomb-stones where flowers should be:
And Priests in black gowns were walking their rounds,
And binding with briars my joys & desires.
William Blake (1757-1827)
2011 traten ca. 60.000 Österreicher aus der r.k. Kirche aus
Das sind zwar weniger als 2010, da waren es 87.393, die der Kirche adieu sagten. Entscheidende ist, daß die Kirche offenbar nicht daran denkt, ihre Position zu ändern. Der Entfremdungsprozess der Menschen zur starrsinnigen Kirche wird weitergehen, die Austritte werden folgen.
La rana blasfema
Weg mit dem Kreuz!
Das Konkordat, das das Aufhängen von Kreuzen in Schulklassen regelt, wurde 1933 während der austrofaschistischen Diktatur zwischen E. Dollfuss und der römischen Kirche geschlossen. Nach einem richtungsweisenden Urteil durch den EuGH 2009, demzufolge religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen - also auch und vor allem Schulen nicht zulässig sind, eine Mutter klagte in Italien und bekam recht - das Kreuz musste abgenommen werden - wäre es auch hierzulande an der Zeit, dieses reaktionäre Regelwerk zu entsorgen, auch gegen das Geschrei einiger bigotter Landeshauptmänner. Immerhin leben rund zwei Millionen konfessionslose Menschen in Österreich - Tendenz steigend, in Wien etwa stellen Konfessionsfreie bereits die Mehrheit.
Wer zu lang festhält am Überkommenen landet im Museum.
Aber: kann die Kirche denn überhaupt cool werden?
Kirche muss nicht uncool sein titelte es einst in einer Zeitung der Wr. Erzdiözese. Bahnt sich da - angesichts des steten Schwundes an Beitragszahlern - eine Wandlung von einer Klagereligion (Canetti) zur Wohlfühlkirche an? Irgendwie wollte man schon in den 70er Jahren modern sein, als vereinzelte Pfarrer sogenannte Jazzmessen zuließen. Manche Kirchen waren und sind ja tatsächlich kalt, aber wurden sie denn auch cool? Von wegen: die orthodoxen Autoritäten der katholischen Kirche denken nicht daran, ihr Gotteslehre dem Wandel der Zeit anzupassen, lieber scheinen sie so unterzugehen wie sie sind. Soll uns auch recht sein.
Aber könnten wir in einer reformierten Kirche denn überhaupt einen Fortschritt sehen? Nicht wirklich. Reformiertes Christentum will sich gegen eine kritische Bestandsaufnahme immunisieren, da so ein "netter moderner Glaube als reine Privatsache" über jede Kritik erhaben zu sein scheint. Ist Ihnen schon aufgefallen, daß es kaum noch jemanden gibt, die auf einen Gott als alten Mann mit weissen Rauschebart beharrt, der über den Wolken residiert? Seit jedes Kind weiß, daß es im Himmel nicht so gemütlich zugeht - minus 60° Celsius, nichts als Leere und allenfalls kosmischer Schrott - beharrt man nur mehr darauf, dass es da doch "irgendwas Höheres" geben müsse...
Wir sagen hier ganz klar: weg mit dem ganzen religiösen Gesocks! Gibt es doch genügend Beispiele für gelungene Umwidmungen sinnlos gewordener Gotteshäuser, etwa in New York, wo eine aufgelassene Kirche zu einem Tanztempel umfunktioniert wurde, das Limelight, ja das war cool!
Kleines Exercitium in Sachen Coolness:
Fundamentalisten und Kreationisten aller Weltanschauungen und Religionen wollen von
wissenschaftlich-fundierten Beweisen nichts wissen, ihre Überzeugung genügt ihnen. Allfällige Widersprüche mit
naturwissenschaflichen Erkenntnissen existieren in ihrer konkretistischen Weltauffassung nicht, bzw. wollen sie einfach
vom Tisch wischen, als wär´ die Welt eine Scheibe über der Gott thront, als wäre das Leben ohne Gott in der Tat völlig
undenkbar, sinnlos oder leer.
Dem Begriff "Atheist" haftet etwas Abwertendes an, weil er andeutet, daß etwas fehle. Manche nennen sich daher lieber "Agnostiker", das klingt etwas vornehmer. Doch wir sagen: Nichts fehlt! Auch und gerade ohne Gott ist alles da, das Leben lebenswert: "Atheist zu sein ist nichts, wofür man sich entschuldigen müsste. Im Gegenteil: Man kann stolz darauf sein und hocherhobenen Hauptes bis zum Horizont blicken, denn Atheismus ist fast immer ein Zeichen für geistige Unabhängigkeit und für "gesunden Hausverstand". Viele Menschen wissen in ihrem tiefsten Inneren, dass sie Atheisten sind, aber sie wagen nicht, es ihren Angehörigen oder in manchen Fällen sogar sich selbst einzugestehen." Aus: Richard Dawkins:Der Gotteswahn
Sam Harris weist darauf hin, daß der Begriff Atheist einen absurden Aspekt birgt, wir verwenden ihn faute de mieux: In Bezug auf Zeus, Thor, Jahwe und tausend anderen Gottheiten, die auf dem Misthaufen der Mythologie landeten, sind wir doch alle Atheisten!
Der neue Atheismus, eine Bewegung in den USA mit starkem Selbstbewußtsein, facht die Diskussion an, konfrontiert die Religiösen, legt das inkonsistente und widersinnige Gedankengut offen, mit dem Religionen Politik betreiben und die Hirne vernebeln. Daß diese Konfrontation durchaus lustvoll sein kann, zeigt folgender Film:
Blasphemy has set us free
Robert Fulford, National Post, February 2006
We may not be able to prove George Bernard Shaw's claim that all great truths begin as blasphemies. Still, it's closer to accuracy than the opposite, which would be something like: When in doubt, consult the authorities. As we know too well, the authorities often get it wrong. History demonstrates the priceless value of blasphemy. That's one reason why anyone now trying to revive anti-blasphemy laws should be seen as an enemy of progress as well as an enemy of freedom.
In 1633 Galileo was tried for heresy by the Roman Catholic Church and forced to repudiate his claim that the Earth moves around the Sun; 359 years later, in 1992, a Vatican commission decided that, on second thought, Galileo had it right. Everyone agreed that was very nice of the Vatican, admitting they were wrong and all. In the middle of the 19th century Charles Darwin's theory of evolution by natural selection looked clearly blasphemous to many Christians; it still does, to some.
But then, Christianity began as blasphemy. In the Gospel (Mark, 14:61) the high priest asks Jesus, "Art thou the Christ, the Son of the Blessed?" and Jesus answers Yes. The high priest claims that's proof enough -- "Ye have heard his blasphemy"; crucifixion follows.
Blasphemy, or something like it, stands near the centre of modern culture. The first page of Joyce's Ulysses, the greatest 20th-century novel, plunges us into what any Catholic will recognize as a parody of the Eucharist, with an appropriate Latin quote to underline the point. Denunciations of religious practice in Strindberg's early stories drew a costly, complicated but finally unsuccessful suit for blasphemy. (Strindberg was often said to have a persecution complex, but he was, after all, persecuted.)
The major figures in modern cinema, from Luis Bunuel to Martin Scorsese, assume that religion can be treated with the same abrasive imagination they bring to other subjects. In Viridiana, the film that created Bunuel's mature reputation 45 years ago, a gang of drunken, slobbering beggars play a record of Handel's Messiah in a rich man's house while they enact their own Last Supper, following Leonardo's seating plan. Scorsese (a Roman Catholic by heritage, like Joyce and Bunuel), moved deep into blasphemy with The Last Temptation of Christ, which he made 18 years ago from the famous/notorious Nikos Kazantzakis novel. People like the Monty Python gang in England correctly consider it their right to parody religious belief, as in their Life of Brian.
Many countries have anti-blasphemy laws, which long ago fell into disuse. Today many Muslims, and some non-Muslims, want to make it a crime, once more, to deny the existence of God, scoff at scripture or otherwise offend the faithful, any faithful. A Muslim lawyer in Norway said the other day that his adopted country needs anti-blasphemy regulations to protect minorities against derisive and hateful expression. "The point," he said, "is not to restrict freedom of speech." (A good rule: anyone who says that is in the process of doing just that.) We are heading toward the creation of a new human right, the right not to be offended. But surely we all know that to live is to be offended. As a humanist I'm offended by a rule forcing women to cover their faces.
The proposal to punish blasphemy implies that we should avoid showing disrespect for any religion. But what (to put the question in a way that many Muslims will instantly understand) if a religion doesn't deserve respect? What if it deserves to be treated as, for example, Christianity is treated in Pakistan? That's one place that won't need any new rules in this field, Pakistani law being already more than adequate.
In 2003 a court in the Punjab city of Faisalabad sentenced Ranjha Masih, an illiterate 52-year-old Roman Catholic floor-sweeper, to life in prison because he may have thrown stones at a wall on which were written Koranic verses mentioning Mohammed - and, just to prove they were serious, the police tore down his house as well, leaving his wife and five children homeless. He had been arrested five years earlier, during a memorial procession honouring Bishop John Joseph, who committed suicide to protest Pakistan's treatment of Christians.
This should make Muslim propagandists hesitate to seek legal remedies: The more we discuss the subject, the more we will learn about religious laws in Pakistan, Saudi Arabia and other centres of bigotry. As for the West, it can maintain its integrity only if
it insists that freedom of religion includes the freedom to blaspheme.
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Und wie sieht´s diesbezüglich in Österreich aus?
§ 166 des Österr. Strafgesetzbuches regelt die "Beschimpfung von Bekenntnissen,
Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen":
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende
Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer
Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
§ 188 StGB regelt die "Herabwürdigung religiöser Lehren":
Wer öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder
eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen
herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe
bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
Wir sind für die Abschaffung des § 188 StGB, der die Herabwürdigung und Verspottung von religiösen
Bräuchen und Heiligenfiguren verbietet. Dieser Paragraph verhindert, dass Künstler den Glauben auf amüsante Weise verarbeiten. Gerade in Österreich hat die Spottkultur
eine lange und große Tradition, außerdem kommt ein Verbot von Spott allein den Religionen gegenüber einer Einschränkung der Menschenrechte, insbesondere der
Meinungsfreiheit gleich.
Dies wird besonders unter dem Aspekt deutlich, dass es einen Paragraphen gibt, der das Wohl und Wehe von Religiösen gegen verbale Angriffe schützt: Der § 283 StGB
verbietet die Verhetzung also den Aufruf zur Schädigung u.a. von religiösen Bevölkerungsgruppen bis herab zur Beschimpfung. Dieser Paragraph ist sinnvoll und entspricht den Menschenrechten, denn er schützt Menschen. Der § 188 jedoch schützt nur Glaubensinhalte vor dem Aufdecken ihrer
anhaftenden Lächerlichkeit. Genau das ist es, wovor Religiöse Angst haben, man könnte erkennen, dass nicht die Verspottung einem zum Lachen bringt, sondern ihre religiösen Lehren schon genug an Lachreiz bieten.
In einigen Ländern Europas gibt es neue atheistische Initiativen.
Auch bei den Wr. Linien sollte im Sommer 2009 folgendes Busplakat affichiert werden, in letzter Minute wurde dieses Projekt jedoch gestoppt:
Seitens der Wiener Verkehrslinien argumentierte man die Ablehnung, daß man keine Werbung für oder gegen Religionsgemeinschaften mache und niemanden in seinen religiösen Gefühlen brüskieren wolle. Ein Mediensprecher der Kirche argumentiertebe, offensichtlich beeindruckt von der Macht der iranischen Mullahs in ihrem Lande, die Aktivisten sollten doch so eine Aktion im Iran machen. Ja genau, dort trauen sich die Atheisten bzw. Andersdenkende gar nicht erst aufmucken... Anstatt auf Wiener Linienbussen wurden drei Plakate an Litfasssäulen affichiert. Was schon die Frage aufwirft, wieso zwar der überwiegende Teil der österreichischen Bevölkerung recht laizistisch lebt, gleichzeitig jedoch ein atheistischer Standpunkt keinen öffentlichen Platz einnehmen darf.
Harmoniebedürfnis, das nicht gestört werden soll? Atheismus beziehungsweise das Streben nach Laizismus ist angesagt, solange die Religionen ihre Anliegen mit Macht politisch durchsetzen. Solange Frauen auf dem Weg in eine Klinik von religiösen Abtreibungsgegnern belästigt werden, solange völlig welfremde und zynische Ansichten zu Verhütung, Sexualität, Moral und deren Entstehung verbreitet werden. Solange Religionsunterricht aus öffentlichen Mitteln gefördert wird, anstatt zeitgemäßerer Ethikunterricht. Solange es Menschen gibt (leider in vielen Ländern), die im Namen Gottes (Allahs, etc.) oder durch sonstige religiöse Regeln unterdrückt werden.
Säkularisierung ist das Bestreben nach einer einer von religiösen
Gesetzen und Zwängen befreiten Gesellschaft.
Zu den einzelnen Thesen des Artikels:
1. Das Konzept der Erbsünde folgt dem durch und durch zynischen Gedanken: "Extra ecclesiam nulla salus" (Jenseits der Kirche gibt es kein Heil): Heiden sind in ihrer Auffassung bis zur Taufe keine Menschen.
2. Die christliche Botschaft ist eine Rechtfertigung als blutiger Rechtshandel: "Das Blut Jesu Christi ... macht uns rein von aller Sünde" (1. Johannes 1, 7). Deshalb auch das Festhalten am Kreuz, am verwundeten und sterbenden Christus in seiner Opferrolle als zentrales Symbol.
3. Der Missionsbefehl ist ein Toleranzverbot, denn was anders ist als christlich, ist nur da, um getauft zu werden. Allzuoft waren die christlichen Missionare nur die Vorhut der Kanonenboote "christlicher" Kolonisierung...
4. Der christliche Antijudaismus wurzle in den Evangelien und sei ursprünglich eine sozusagen eine innerjüdische Angelegenheit gewesen: Getaufte Juden, die Juden anklagen, den wahren Messias verkannt zu haben. Zu welch grausamen Pogromen der christliche Antisemitismus im Lauf Geschichte geführt hat, soll nicht vergessen werden.
5. Die christliche Eschatologie: Die Offenbarung des Johannes, die "dies irae" der Totenmesse, die Apokalypse, das jüngste Gericht - welchen Zweck verfolgen sie, wenn nicht die, dem Christenmenschen gehörig Angst und Schrecken einzujagen?
6. Der Import des Platonismus im Versuch, den christlichen Glauben der hellenistischen Welt als überlegene Philosophie zu präsentieren. Die daraus resultierende Leib-Seele-Schizophrenie führte zu einer repressiven Sexualmoral. Sexualverbote und Sexualangst gibt es ja in verschiedenen Religionen, aber z.B. ein buddhistischer Mönch würde kaum der zynischen Idee verfallen, in Afrika die Verwendung von Kondomen anzuprangern!
7. Der strategische Umgang mit der historischen Wahrheit um einer höheren Wahrheit willen ist ein Erbübel des verfassten Christentums. (...)
Dementsprechend eindeutig auch Schnädelbachs Resumee: "Ich habe den Eindruck, dass das verfasste Christentum in der modernen Welt sein tatsächliches Ende längst hinter sich hat, aber ohne dies bemerkt zu haben. Kirche als moralische Anstalt und als soziale Veranstaltung - das verdient Respekt und Unterstützung. Die Kirchen sind nicht zufällig leer, denn wer versteht schon die Predigten, Bibel- und Liedertexte? In Wahrheit haben die Kirchen nichts spezifisch Christliches mehr zu sagen. Das Christentum hat unsere Kultur auch positiv geprägt, das ist wahr, wenn auch seine kulturelle Gesamtbilanz insgesamt verheerend ausfällt; seine positiv prägenden Kräfte haben sich erschöpft oder sind übergegangen in die Energien eines profanen Humanismus. Der neuzeitliche Aufklärungsprozess folgte dabei selbst einem christlichen Gebot - dem der Wahrhaftigkeit - und damit einer "zweitausendjährigen Zucht zur Wahrheit, welche am Schlusse sich die Lüge im Glauben an Gott verbietet" (Nietzsche). Erst in seinem Verlöschen könnte sich der Fluch des Christentums doch noch in Segen verwandeln."
Kapitel 2 - Der Islam
Ein trauriges Kapitel!
Nicht einmal, nicht ein dutzendmal, gleich mehrere hunderte Male wird im Koran vor den Ungläubigen (also allen Nicht-Muslimen) gewarnt. In Allah´s Namen werden sie verflucht und Gläubige dazu aufgefordert, die Ungläubigen in die in die Hölle, ins Feuer der ewigen Verdammnis, zu jagen. Allahs Strafregister gegen die Ungläubigen beschreibt der Koran in allen Farben, die Strafen würden demütigend und schmerzlich sein. Ein Dialog mit korantreuen Muslimen scheint wenig sinnvoll, solange sie dieses abgründig tendenziöse und spalterische Gedankengut dieser Suren wörtlich nehmen und sich davon nicht distanzieren.
Muslime, Islamisten und Dschihadisten, die diese Metaphern wörtlich nehmen, sollten die Lektüre hier schleunigst abbrechen, denn was sie im Folgenden erwartet, wird sie nicht erfreuen.
Nur eine Karikatur!
(...und ein Link!)
Diese und ähnliche Karikaturen erschienen 2006 in einer dänischen Zeitung und lösten einen weltweiten Sturm der Entrüstung in den
islamischen Gottesreichen aus.
"Meinungsfreiheit darf nicht zum Deckmantel für Schmähungen und Hetze degradiert werden" lesen wir in einer Stellungnahme der Website der islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs: "Gerade um der Meinungsfreiheit willen darf jetzt der Friede nicht nur oberflächlich wiederhergestellt werden. Die Folgen gezielter Herabwürdigung einer Religion haben in der jüngsten europäischen Geschichte aufgezeigt, dass damit nicht leichtfertig umzugehen ist. Schmähungen und Herabwürdigungen des Judentums führten zur Katastrophe, zum Holocaust. Eine umfassende Stellungnahme seitens der dänischen Regierung sollte für unmissverständliche Aufklärung sorgen."
Aber mal langsam und nicht alles was hinkt ist ein Vergleich! Im Klartext: Nicht irgendwelche (völlig harmlosen) Karikaturen oder Schmähungen haben den Holocaust hervorgerufen, sondern die gezielte Tötungsabsicht aus niederen Motiven! Betrachtet man die inszenierten Zornesausbrüche in manchen islamischen Ländern genauer, erinneren sie an die überschießenden Ausschreitungen zur Zeit der deutschen Volkserhebung, Reichskristallnacht, Bücherverbrennungen, ...?
Nur eine Karikatur!
(...und ein Link!)
Hier ist Religion nicht das "Opium des Volkes", sondern eher ein Aufputschmittel - Islamisten, die wegen solcher Karikaturen ihre Anhänger gegen den gottlosen Westen aufhetzen, empfehlen wir dringend das Studium europäischer Grundwerte und Grundrechte.
Nur eine Animation!
(...und ein Link!)
Eine Einschränkung der Meinungsfreiheit ist inakzeptabel, und zwar eben auch, wenn diese die religiöse Gefühle verletzen könnte.
Der Islam ist schon seit geraumer Zeit eine in Österreich anerkannte Religion. Dem Herrn Ramadan scheint das nicht mehr zu genügen, er proklamiert den Islam nun als österreichische Religion. Er liebt die Scharia, denn vor ihr seien alle Menschen gleich; den Kapitalismus, Mc Donalds und Nike verabscheut er.
Tariq Ramadan setzt sich für die islamische Mission in Europa ein, mit dem Ziel, dass die Europäer den Islam freiwillig annähmen, ohne jedoch ihre Sprache oder Sitten ablegen zu müssen, solange diese mit der Scharia vereinbar seien. Ramadan wendet sich dagegen, die Europäer arabisieren oder turkisieren zu wollen. Auch wendet er sich gegen die Auffassung, dass Europäer als Harbis keinerlei Rechte hätten.
Die Überlegenheit der Scharia gegenüber den westlichen Aufklärungsbestrebungen begründet er damit, daß die westliche Aufklärung nur den Holocaust hervorgebracht habe, sozusagen als Folge rationalen Handelns. Unwahrscheinlich, daß Ramadan in Österreich viele Anhänger finden dürfte, eher sucht er Akzeptanz für seine Ideen. Schon wahrscheinlicher ist, daß er nach orientierungslosen türkischen Jugendlichen fischt...
Burkini-Variante
Nur ein Bild!
(...und kein Link!)
Unter dem Schleier herrscht eher die Not als Keuschheit: Nach einer Google-Trend-Auswertung frequentieren Moslems besonders häufig Pornoseiten im Internet. Unter den Top-Ten-Nationen waren gleich sieben moslemische Staaten: Pakistan auf Platz eins, Ägypten auf Platz zwei, Iran auf Platz vier, Marokko auf Platz sechs, Indonesien auf Platz sieben, die Türkei auf Platz acht und Saudi-Arabien auf Platz neun.
Aus: Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren!
Kommentar zum Schweizer Plebiszit:
57,5 Prozent gegen Neubau islamischer Minarette
Bemerkenswert am Abstimmungsergebnis ist, dass sich offenbar deutlich mehr als das übliche Viertel der unbelehrbaren Modernitätsverlierer gegen neue Minarette aussprachen. Die Frontlinie reicht tief in das Bildungsbürgertum, auch viele Frauen hätten sich an der Abstimmung beteiligt.
Wahrscheinlich spielten dabei auch die anhaltenden Demütigungen der Schweiz durch Muhammar Ghaddhafi eine Rolle.
Das Ergebnis wirft ein paar grundsätzliche Fragen auf:
- Bedeutet ein Bauverbot für Minarette eine Einschränkung in der Ausübung der Religionsfreiheit?
Kaum, außer ein Minarett wäre zwingend zur Ausübung der islamischen Religion erforderlich oder vorgeschrieben. Minarette entstammen der osmanischen Bautradition aus dem 7. Jahrhundert, sie wurden vermutlich von den christlichen Kirchtürmen übernommen, seien aber im Koran weder vorgeschrieben noch reglementiert.
- Sind Minarette ein Ausdruck der Islamisierung?
Da sie weithin sichtbare Symbole des Anrufens ihrer Gläubigen sein sollen und der Islam von Missionierungsbestrebungen getragen ist, können Minarette durchaus als Ausdruck der politischen Islamisierung gesehen werden. Es geht also weniger um orientalischen Zierrat, als um den - durchaus anstößigen - Apellcharakter islamischer Hegemonie.
- Ist ein Minarett-Bauverbot Ausdruck fremdenfeindlicher und rassistischer Tendenzen?
Etwa 350.000 Muslime leben in der Schweiz, das sind (ähnlich wie in Österreich) knapp 5% der Gesamtbevölkerung, es gibt bereits vier Moscheen mit Türmchen. Frühere Plebiszite zu diesen Fragen haben gezeigt, dass die Schweizer sehr wohl wissen und differenzieren, wenn es darum geht, dass Ausländer einen Gutteil der Dienstleistungen in ihrem Alltag verrichten. Anders als in Österreich mit seinem Kriminalitäts- und Abschiebungsdiskurs ist bei den Schweizern von der Rückführung von Ausländern weniger die Rede.
Manche Integrationsbefürworter fordern die Gleichbehandlung aller Religionen, sie argumentieren, solange es etwa soundsoviele Kirchtürme gäbe, sollen auch die Muslime ihre Minarette haben dürfen. Das Dilemma der Sekularisten dabei ist, dass viele angesichts eines jahrhundertelangen emanzipatorischen Kampfes gegenüber der kirchlichen Macht wenig Lust haben, die Errichtung von Symbolen undemokratisch gesinnter Religionsgemeinschaften widerspruchslos hinzunhmen, andererseits nicht in von den Rechtspopulisten ausgelegte Fallen tappen möchten.
Aufgabe der europäischen Gastländer ist, die Grenzen der islamistischen Religionsausübung bzw. die Einhaltung europäischer Grundrechte auf faire Weise aufzuzeigen. Gleichzeitig wird den muslimischen Migranten in Europa wohl die Säkularisierung, zumindest in einigen Aspekten ihrer Religion (Unterordnung der Scharia unter europäische Gesetze, Frauenrechte, Familienrecht, etc.) nicht erspart bleiben. Nach dem Vorbild des Deutschen Zentralrates der Ex-Muslime gründete der Cahit Kaya Anfang 2010 auch in Österreich eine Anlaufstelle für Ex-Muslime. Dieser mögliche und wichtige Schritt zum Ausweg aus dem Gottesdilemma findet sich hier: Website der Ex-Muslime
Relativ unbeachtet in dieser bisweilen recht hitzig geführten Debatte bleibt hingegen, dass Europa, auch die Schweiz, mit dem Iran gute Geschäfte macht. Abgesehen von den Milliardenbeträgen, die iranische Autokraten auf schweizer Bankkonten liegen haben und "deren Beschlagnahmung noch kein SVP-Politiker gefordert hat, müsste eine sinnvolle Kritik der islamischen Erweckungsbewegung sich gegen die hemmungslose Kollaboration der Schweizer Politik und Wirtschaft mit der "Islamischen Republik" im Iran wenden" schreibt Stefan Grigat in der Wiener Zeitung. Und weiter: "So sie denn wollte, könnte die Schweiz bei einer möglichen Sanktionspolitik gegenüber dem iranischen Regime eine entscheidende Rolle spielen. Der überwiegende Teil der vom Iran dringend benötigten Benzinlieferungen wird heute weltweit von nur vier Firmen zur Verfügung gestellt, drei davon befinden sich in der Schweiz: Vitol, Trafigura und Glencore. Aber die Schweizer diskutieren offensichtlich lieber über vier Minarette, als sich Gedanken über die fortgesetzte eidgenössische Unterstützung des Antisemiten-Regimes in Teheran zu machen."
Auch die österreichische Beteiligung am "Nabucco-Projekt" kann nur unter Ausklammerung der politischen Unterdrückung im Iran vorangetrieben werden. Sollte sich der Konflikt mit dem zum Atommacht strebenden Iran weiter erhitzen und von der internationalen Gemeinschaft mit schärferen Sanktionen belegt werden, könnte das Pipeline-Projekt scheitern.
Und in Österreich?
Eine offene und ehrliche Debatte über die Bedeutung europäischer Grundwerte im Zusammenhang mit Integrationspolitik sollte verhindern, daß Rechtspopulisten und Fundamentalisten aller Religionen eine tendenzöse "Ausländerdiskussion" auf FPÖ-Hammelbraten-Niveau dominieren. Dabei sollte es nicht nur um religiöse Symbole wie Kopftuch, Minarett, Burka und anderen Klimbim gehen, sondern um die klare Vermittlung europäischer Grundrechte, vor allem die Rechte von Frauen:
"Allah gab den Männern den Vorzug vor Frauen, weil sie für diese Verantwortung tragen und sie (finanziell) erhalten. Rechtschaffene Frauen sollen gehorsam, treu und verschwiegen sein (andernfalls) sperrt sie in ihre Gemächer und züchtigt sie." (4, 35) "Die Frauen sind euer Acker, geht dorthin, wie und wann ihr wollt." (2, 224) Wer diese Dinge predigt und sie seinen Nächsten vorschreibt, handelt gegen menschliche Grundwerte und ist im heutigen Europa mit verbindlichen Grundwerten noch nicht angekommen.
Kapitel 3 - Hinduismus: Viele, viele bunte Götter
Ein buntes Kapitel!
Indische Götter haben viele Eigenschaften, die uns beeindrucken:
1. Es gibt so viele! Statt eines allmächtigen Gottes kennt der Hinduismus hunderte.
2. Sie schweben nicht irgendwie vage über uns, sondern erscheinen uns in menschlicher Gestalt. Sie sind dem Leben zugewandt, freuen sich über Blumen und andere kleine Opfergaben und haben Sex. Und niemand kichert verschämt darüber, Abbildungen davon finden sich, in Stein gehauen, auf der Außenseite so manches Tempels.
3. Indische Götter sind bunt, sie lieben Farben, ein Besuch in einem indischen Tempel gleicht einem Farbenrausch. Es sind heilige Orte, aber gleichzeitig verlässt man sie mit dem guten Gefühl, dass das Leben da draußen schön ist und man kein schlechtes Gewissen hat, wenn man jetzt auf ein Bier geht.
Während die monotheistischen Religionen eher spaltende, "paranoidisierende" Eigenschaften (wir oder sie, sie gegen uns, wir gegen sie, etc.) aufweisen, sind die asiatischen Relgionen eher einschließend: Shiva - ok. Ghanesh, Hanuman und Christus - auch ok, etc. Da müsste man sich grundsätzlich nicht den Schädel einschlagen, wenn der Nachbar an was anderes glaubt. Dass es allerdings doch nicht so einfach ist, zeigt die Ermordung eines Gurus in Wien im Mai 2009:
Wir werden uns dem Buddhismus hier von zwei Seiten her nähern: eigene Betrachtungen von längeren Aufenthalten in Ländern mit mehrheitlich buddhistischer Relgion und dem Bericht eines Engländers, der sich zum Mönch weihen ließ.
Wohl wissend, daß Buddhismus unzählige Spielarten und Ausprägungen kennt, zählt diese Weltreligion doch an die 400 Mio. Anhänger, beschränken wir uns hier auf eine Ausprägung, die des Theravada-Buddhismus in Thailand. Theravada ist die älteste noch existierende Schultradition des Buddhismus und führt seine Abstammung auf jene Mönchsgemeinde zurück, die zu den ersten Anhängern des Buddha gehörte. Heute ist sie in Sri Lanka, Indochina (Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos und teilweise auch in Vietnam) und in China (Yunnan) verbreitet.
Theravada-Buddhismus am Beispiel eines Mönchs
Mönch Peter in seinem neuen outfit
Phra Farang, ein zum zum Buddhismus konvertierter Engländer beschreibt in einer Autobiographie Phra Farang: An English Monk in Thailand seine Metamorphose vom Geschäftsmann zum buddhistischen Mönch in Thailand, ein mittlerweile gut bekanntes Buch, aufschlussreich und über weite Strecken durchaus amüsant zu lesen.
Theravada-Buddhismus ist eine archaische Variante, Phra Peter nennt sie Hybrid-Buddhismus, da die reine Lehre sehr von Animismus und Aberglauben durchdrungen ist.
"Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe nennt man Glauben."
Friedrich Nietzsche